Allgemein, Diverser buchiger Content

Buchcharaktere, die mir ans Herz gewachsen sind

Tauche ich in eine Geschichte ein, so liebe ich es besonders, die Charaktere des Buchs kennen zu lernen. Mit wem habe ich es zu tun? Wessen Blickwinkel nehme ich als Leserin ein? Was treibt die Person an?

Unter all dem Büchern, die ich in meinem Leben schon gelesen habe, gibt es ein paar Protagonist:innen die mir ganz besonders ans Herz gewachsen sind

Sibel aus Re-Generation

Sibel Abebe aus Tala T. Alsteds RE-GENERATION ist 24 Jahre alt und damit einer der jüngsten Menschen in einer Welt, in der es keine Krankheiten mehr gibt und niemand mehr altern „muss“. Sibel ist gegen das System, in dem Altern als Strafe verwendet wird, in dem jede und jeder jung aussieht, aber viele in Wahrheit schon wesentlich älter sind. Wegen der Überbevölkerung wird die Familienplanung staatlich überwacht und geregelt – mit Zuteilungen, Erlaubnissen aber auch Strafen. Sibel lernt zufällig die Welt der Rebellen kennen und muss ihre festgefahrene Meinung überdenken. Sie ist willensstark, intelligent, gerechtigkeitsliebend. Und sie neigt zu starken Meinungen, ändert diese aber auch, wenn sie neue Informationen bekommt.

Phil aus Die Erfüllung von Wünschen

Die 25-jährige Philomela, die von allen nur Phil genannt wird, hat durch einen schrecklichen Autounfall Brandnarben und seelische Wunden davongetragen. Sie ist ein liebevoller, hart arbeitender Mensch, versteckt sich jedoch vor der Welt und hat es aufgegeben, Zukunftspläne zu schmieden oder zu versuchen, sich zu verlieben. Doch dann bekommt Phil die Möglichkeit, die Wünsche ihrer Liebsten zu erfüllen, wenn sie sechs Monate auf einer Austernfarm in Irland arbeitet. Zuerst hält sie das für einen Scherz, reist schließlich aber doch nach Irland. Während ihrer Zeit dort lernt Phil nciht nur das Leben auf einer Austernfarm kennen, sondern lernt auch vieles über sich selbst und mit ihrer Vergangenheit und ihren Narben umzugehen. Ich mochte Phil sofort und konnte mich gut mit ihr identifizieren, habe mich gut in sie hineinfühlen können und fand es sehr ergreifend, ihre Zeit auf der Austernfarm mit ihr zu erleben.

Sirius Black aus Harry Potter

Sirius Black ist einer meiner Lieblingscharaktere aus Harry Potter und den dazu passenden Fanfictions, denn ich finde, seine Geschichte wird im Buch fast zu wenig und nicht tiefgehend genug behandelt. Als Erbe eines der einflussreichsten und schwarzmagischsten Häuser der Zaubererwelt freundet er sich als schwarzes Schaf der Familie mit drei Burschen an, die seine Familie als ganz und gar unpassend emfpindet und flieht schließlich sogar zu James Potter, um dort, schützt vor seiner eigenen Familie zu leben. Ich habe ihn im Buch als einen lebensfrohen, wilden und freiheitsliebenden Menschen betrachtet und die Tatsache, dass er unschuldig 13 Jahre im Gefängnis verbringen musste, davor Jahre seiner Kindheit in einem grausamen Elternhaus verbrachte und schließlich seine letzten Lebensjahre versteckt wieder in ebendiesem Haus verbringen musste, machte mich schon beim erstmaligen Lesen der Bücher wütend. Dafür, dass Sirius in gerade einmal drei der sieben Harry Potter Bücher vorkam und ein in meinen Augen sehr interessanter Charakter war (was bringt ein Kind dazu, alles, was ihm sein Zuhause jahrelang gelehrt hat, dermaßen zu hinterfragen und sich gegen alles zu stellen, was ihm vorgelebt wurde?), ist er einer der Charaktere, die mich am meisten fasziniert haben.

Hannah Jensen aus Café Hannah

Hannah Jensen eröffnet in der fiktiven Blumengasse in München im Alter von 50 Jahren ein Café und wechselt damit vom Finanzsektor beruflich in eine komplett andere Richtung. Hannah war mir von Beginn an durch und durch sympathisch. Sie ist immer für ihre Freund:innen da, versucht aber auch ihr eigenes Ding durchzuziehen und lässt sich zu Beginn nur sehr ungern helfen. Hilfe anzunehmen fällt ihr schwer, doch im Laufe der Reihe lernt sie, dass ihre Familie, Freund:innen und Nachbar:innen stets zur Stelle sind, wenn jemand Hilfe braucht. Hannah ist so schön menschlich, mit all ihren positiven Eigenschaften, aber auch ihren kleinen Makeln und ihrem Wunsch, alles stets selbst zu machen.

Smita aus Der Zopf

Smita lebt in Indien in ärmlichsten Verhältnissen, ist Teil der untersten Gesellschaftsschicht und kämpft dafür, dass ihre kleine Tochter die Schule besuchen darf. Sie arbeitet hart, um ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen, damit ihr Schreiben und Lesen beigebracht werden und damit sie mit ihrer Schulbildung mal ein besseres Leben haben kann. Man kann förmlich den Gestank der grauenhaften Arbeit von Smita riechen, während sie den Unrat anderer Menschen beseitigen muss – und dabei gibt Smita nie auf und arbeitet stetig auf ein besseres Leben hin.

Marie aus Zwei wie Pech und Flitter

Marie ist eine nach außen herrlich pessimistische Person, eben die Pech-Marie, die mit der stets verrückten und überdrehten Adelaide auskommen muss. Deren wilder Begeisterung hat Marie meist ein Augenverdrehen und tiefe Ruhe entgegenzusetzen. Marie ist aber noch so viel mehr: mutig, lustig, sarkastisch und alles in allem eine sehr vielseitige Protagonistin.

Ida Maclaird aus The Girl With Glass Feet

Ida Maclaird sucht eine Heilung für die Phänomene, die ihren Körper heimsuchen, denn seit einiger Zeit vereandelt sich ihr Körper stetig in Glas. Beginnend mit ihrem Fuß, dessen Zehen eines Tages aus Glas bestehen, breitet sich dieses mysteriöse Phänomen langsam aus. Ich mochte Ida sehr gerne und habe in dieser zarten und melancholischen Geschichte mit ihr gehofft, dass sie bald eine Heilung findet, oder etwas, das ihre „Verglasung“ stoppen könnte. Ida ist dabei stets optimistisch, wenn auch melancholisch, sie geht mit einer Hoffnung durchs Leben und versucht, ihr Schicksal abzuwenden. Ich habe sie als besonnen und mutig, allerdings natürlich auch verängstigt und teils hoffnungslos erlebt. Ihr Schicksal ist mir beim Lesen sehr nahe gegangen.

Lord Crawford aus Blutfürst Äonengrab

Lord Crawford ist ein alter Vampir und angesehener Geschäftsmann in London, elitäres Mitglied einer alten Vampitgemeinschaft, die die Geschicke des britischen Weltreiches lenkt. Er lebt ein friedliches und zurückgezogenes Leben, bis seine Entscheidungen von übernatürlichen Mächten beeinflusst werden. Lord Crawford ist eine faszinierende Figur, denn er ist einerseits ein taffer Geschäftsmann, versteht es, seine Angestellten zu führen und strategische Entscheidungen zu treffen, ist aber auch führsorglich, glaubt trotz aller Widrigkeiten an das Gute im Menschen und möchte sich für die Gesellschaft einsetzen. Also, er möchte es nicht nur, er tut es auch. Ich fand ihn schnell sehr sympathisch, klug und einfühlsam.

Hinterlasse einen Kommentar