Vampirromane ziehen Leser:innen seit Jahrhunderten in ihren Bann. Das Mystische, Verbotene, Gefährliche verströmt eine große Anziehungskraft. Ich liebe zum Beispiel den Film Interview mit einem Vampir und mochte die Serie True Blood sehr gerne – mein letzes Treffen mit einem Vampir fand in Maika Sonntags Buch Blutfürst Äonengrab statt. Darin begleiten wir Lord Crawford, einen alten Vampir und angesehenen Geschäftsmann ins London des Jahres 1890. Er ist Mitglied einer alten, elitären Vampirgemeinschaft, die die Geschicke des britischen Weltreiches lenkt. Friedlich und zurückgezogen lebt er in seinem Anwesen – doch schon bald werden seine Entscheidungen von übernatürlichen Mächten beeinflusst…
Ähnlich geht es bei Interview mit einem Vampir zu: Vampire verkörpern Macht, Überlegenheit und etwas Animalisches. Sie bewegen sich im Schatten der Nacht doch beeinflussen dabei oft das Leben der Menschen um sie herum. Reich, unsterblich, geheimnisvoll – das macht sie aus.
Oft besitzen Vampire neben dem Drang Blut zu trinken noch besondere Kräfte, wie etwa fast alle Twilight-Vampire, in Interview mit einem Vampir wird das gefährliche aber auch glamuröse Leben der Vampire beleuchtet – gemeinsam mit dem Frust und dem Selbsthass, den Louis aufgrund seines Daseins empfindet.
In True Blood leben Vampire offen unter den Menschen, ernähren sich von einer künstlichen Blutalternative – doch die Anziehung von der menschlichen Protagonistin Sookie zu „ihrem“ Vampir ist gegeben und lässt sich nur schwer leugnen. Er ist mysteriös, gefährlich, aber auch beschützend und für sie da.
Auch Lord Drawford kümmert sich um seine Angestellten, behandelt sie gut und versucht seien Blutdurst nur auf Verbrecher zu konzentrieren.
Das Thema des Selbsthasses von Vampiren, oder des Hasses auf das, was sie sind, ist ein oft wiederkehrender Faktor, Lors Crawfors beispielsweise ist aber gerne Vampir und mag viele Aspekte seies Dasein sehr gerne, wie etwa das Schattenwandeln:
Schattenwandeln war seine absolute Lieblingsfähigkeit.
Ich lese gerne Vampirromane, weil sie oft in anderen, vergangenen Jahrhunderten spielen, und ich diese kleinen Zeitreisen sehr liebe. Ich bereise gerne Länder und Städte aus vergangenen Zeiten und tauche in die damaligen Zeiten ein. Genau das mochte ich auch an Twilight so gerne – die Hintergrundgeschichten der Vampire waren oft wirklich spannend.
Vampire sind sind mysteriös, reich, wunderschön oder extrem gruselig und hässlich, blutdüstig, nobel, zurückhaltend, hilfsbereit, mächtig aber auch (z.B. dem Sonnenlicht oder den Menschen) ausgeliefert.
Ursprünglich las man von Vampiren in alten Mythen und Volksglauben – inzwischen haben Vampirfiguren über die Zeit diverse Wandlungen durchlaufen und sind heute nicht nur unheimliche Grafen, sondern vielschichtige Figuren, mit Wünschen, Bedürfnissen und Zielen. Vampirromane sind vielseitig und vielleicht auch deshalb so beliebt. Denn jede:r Autor:in bringt etwas Neues in die Welt der Vampire und ihre Darstellung ein: andere Gesellschaftsstrukturen, Machtverhältnisse oder eigene Wünsche und Emotionen.