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Social Media, Kooperationen & Co.: Celina Weithaas über Buchmarketing als Selfpublisherin

Liebe Celina, welche Rolle spielen soziale Medien für dich und die Veröffentlichung deiner Bücher?
Eine zentrale Rolle. Ich bewerbe meine Bücher hauptsächlich über Social Media. Instagram und Co. geben ihnen die Sichtbarkeit, die sie brauchen.

Wie machst du Werbung für deine Bücher?
Es werden fleißig Reziexemplare angeboten, ich schalte Werbung, ich habe früher – und vermutlich ab nächstem Jahr wieder – regelmäßig Lesungen gehalten und gebe hin und wieder Interviews für die Presse.

Wie laufen Veröffentlichungen für dich ab? Hast du mit Zeitdruck zu kämpfen oder bist du dank deines Plans deiner Zeit sowieso schon immer voraus? Was muss dabei alles bedacht werden und wie verbringst du diese Zeit?
Zeitdruck habe ich nicht. Meine Bücher sind alle geschrieben – zumindest die 39 für die Chroniken des Grauen Mannes. Die Cover erhalte ich zumeist mindestens ein halbes Jahr im Voraus. Ich selbst beginne circa ein Jahr im Voraus meine Endüberarbeitung, reiche das Buch ins Lektorat, bekomme es zurück, überarbeite es, reiche es ins Korrektorat, arbeite noch einige Details neu ein, lasse ein Probeexemplar drucken, drücke das meinem Schwesterchen in die Hand und merze danach die (hoffentlich) letzten Fehler aus. Die Eckdaten für das Buch gebe ich zumeist mindestens drei Monate vor offizieller Erscheinung ein, gebe an, an welchem Tag das Buch erscheinen soll, und dann bin ich für mich fertig. Circa drei Monate vor Veröffentlichung beginne ich natürlich auch nach Bloggern zu suchen und dieses Jahr werde ich um den Erscheinungstermin herum die Presse kontaktieren. Für mich fühlt sich dieser Schritt allerdings nicht mehr wie das Veröffentlichen selbst an, sondern wie die Vorbereitung, das Buch publik zu machen. Wenn das Buch erscheint, feiere ich meistens den Geburtstag von einem meiner Familienmitglieder – oder Silvester. Diese Daten findest Du durchgängig im 13-Jahresplan wieder. Dadurch bin ich abgelenkt, muss mich nicht auf das Buch selbst konzentrieren und kann später einfach locker und entspannt in eine neue Reihe starten, ohne die Veröffentlichung zu nah an mich heranzulassen.

Wie hast du deine Cover gestaltet? Das Cover von Götterdämmerung Verschwörung gefällt mir gut, die Farben – rot, schwarz und gold – bilden eine tolle Komposition.
Diese Blumen gehören Franzi – auf Insta findest Du sie als @mare_herzbuecher. Sie ist das Genie hinter meinen Covern und ich bin überglücklich und dankbar, dass sie sich zwischen ihren Prüfungen und Praktika jedes Mal die Zeit nimmt, ein neues Cover für mich zu zaubern. Ihre Arbeit ist der Wahnsinn und sie selbst ist ein unglaublich lieber Mensch.

Bringst du all deine Bücher im Selfpublishing heraus?
Meine erste Reihe hat ein Verlag veröffentlicht. Ich bin von diesem Konzept allerdings nach diversen Erfahrungen entschieden abgerückt und veröffentliche voraussichtlich alle kommenden Bücher selbst.

Hast du von Anfang an vorgehabt, deine Bücher als Selfpublisherin zu veröffentlichen?
Nein. Ich habe Selfpublisher immer als diejenigen gesehen, die es nicht schaffen, von einem Verlag unter Vertrag genommen zu werden. Nachdem ich allerdings zwischen meinem siebzehnten und neunzehnten Lebensjahr Erfahrungen mit mehreren Verlagen sammeln durfte, von denen mich keine auch nur im Ansatz erfüllte, bin ich ausgesprochen dankbar dafür, dass es die Möglichkeit des Selfpublishings gibt, und möchte sie nicht mehr missen.

Welche Vorteile hat das Selfpublishing deiner Meinung nach für dich?
Ich darf die Bücher so veröffentlichen, wie es zu ihnen passt. Ich habe die Menschen hinter mir, die sich wirklich für meine Bücher interessieren, und ich werde nicht eingeengt. Niemand versucht meine Bücher zurechtzubiegen, bis sie in ein Raster passen, das ich mit Wissen und Wollen meide, und ich darf bei jedem Schritt mitreden, habe bei jedem Schritt die Kontrolle und weiß, dass das Endergebnis mir gehört. Außerdem binde ich mein Buch vertraglich an niemanden. Ich darf es verändern, wie ich will, ich darf ohne Weiteres Künstlern erlauben, Grafiken zu den Büchern zu fertigen, und ich darf mir aussuchen, wie ich das Buch bewerbe. Für mich hat Selfpublishing tatsächlich nur einen Nachteil: Es ist weiterhin in einigen Kreisen verpönt. Das ist ärgerlich.

Du studierst auch Germanistik, was macht dir an deinem Studium besonders Spaß – und was möchtest du später einmal damit machen? Bleibst du dem Schreiben treu?
Ich habe Germanistik studiert auf Lehramt und wollte damit Gymnasiallehrerin werden. Meine Praktika haben mir allerdings schmerzhaft deutlich gezeigt, dass ich nicht in der Lage sein werde, die Person zu sein, die die Kinder brauchen. Die Einzelschicksale gehen mir zu nah. Ich wäre binnen kürzester Zeit verbrannt gewesen. Aktuell studiere ich eine wilde Mischung aus Wirtschaft und Jura und hoffe, dass ich damit nächstes Jahr in die Finanzverwaltung gehen darf. Denn: Finanzen regieren die Welt! Natürlich bleibe ich dem Schreiben neben meinen anderen Interessen treu. So, wie ich es immer getan habe. Weißt Du, was meiner Auffassung nach unser größtes Privileg ist? Wir haben alle Möglichkeiten. Ich darf gleichzeitig juristisch und wirtschaftlich interessiert sein und die Literatur lieben. Das ist eines der größten Glücke meiner Welt.

Mehr über Celina Weithaas erfahrt ihr in unserem ersten Interview, auf Instagram, oder auf www.cel-shop.de.

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