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„Ideen zum Schreiben kommen mir während Unterhaltungen.“ – ein Interview mit Stefan U. Frank

In seinem Kurzgeschichtenband EDWIN – träum‘ weiter beschreibt Stefan U. Frank viele kleine Alltagssituationen, die sein Portagonist Edwin erlebt. Ich habe den in Kiel lebenden Autor interviewt, viel Spaß beim Lesen.

Lieber Stefan, es wäre toll, wenn du dich den Leserinnen und Lesern kurz vorstellen könntest.

Mein Name ist Stefan U. Frank (Das „U“ steht nicht für „Und“, obwohl ich das Sternzeichen ‚Zwillinge‘ habe).

Wie bist du denn überhaupt zum Schreiben gekommen?

In meiner Jugend hatte ich meine erste literarische Begegnung mit dem Lyriker Eugen Roth († 28. April 1976), der mich mit seinen heiter-nachdenklichen „Ein Mensch“-Gedichten und Erzählungen inspirierte – eine Inspiration, die bis heute anhält. In den tiefen Schubladen meines Schreibtisches ruhen nicht nur unveröffentlichte Romane und Thriller, die auf ihre Entdeckung durch die richtigen Verlage warten. Ich beschäftige mich auch intensiv mit Fragen des Lebens im Alter, wie in meinem Sachbuch dargelegt, das ich zu diesem Thema verfasst habe. Darüber hinaus lasse ich meinen Geist auf scheinbar belanglose Dinge wie „Die Bausparlüge“ schweifen, denn ich weiß, dass die Wahrheit oft in den vermeintlich unscheinbaren Details verborgen liegt. Ich selbst beschreibe mich mit einem Augenzwinkern: „Ich bin kein Egoist – eher ein Klugscheißer!“

Ich habe mit ‚EDWIN‘ begonnen, nachdem ich feststellen musste, dass mein Erstlingswerk, ein Gedichtband („Verzeihung, ich bin ein Mensch“), gar nicht erst gelesen wurde, weil es ja ’nur‘ Gedichte sind. Also habe ich kurzerhand den Inhalt der Gedichte in Kurzgeschichten verfasst.

Was hat dich zum Schreiben dieses Buches inspiriert und was möchtest du deinen Leser:innen mitgeben?

Die Ideen zum Schreiben kommen mir während der Unterhaltungen. Zum Beispiel fiel bei einem Gespräch mit meinem Freund der Satz: „Mein Versicherungsvertreter verfolgt mich bis in die Wüste…“ Daraus entstand der Plot zu einem von meinen bisher sieben unveröffentlichten Romanen, „Schatten der Stille“. Der Cozy-Crime-Roman beginnt damit, dass ein Mann vor dem Großstadtlärm in die Wüste ziehen will, um abzuschalten. Doch nach ein paar Tagen taucht ein Fremder auf, der ihm ein Zeitschriften-Abo ‚andrehen‘ will. Meine Leser sollen sich in der Umgebung, die ich beschreibe, genauso fühlen wie die Protagonisten. Sie sollen vollkommen in die Welt eintauchen, die es so nicht gibt. Oder doch?

Könntest du in eine deiner Geschichten springen – was würdest du machen?

Die Frage: „Könntest du in eine deiner Geschichten springen – was würdest du machen?“ kann ich damit beantworten, dass ich wohl in allen Geschichten schon einmal ‚gelebt‘ habe. Und ich glaube, dass der/die ein oder andere Leser:in sich ebenfalls in einer Geschichte wiederfinden wird.

Worin ist dir dein Protagonist Edwin ähnlich und wodurch unterscheidet ihr euch?

Ja, Edwin ist mir in manchen Situationen sehr ähnlich. Zum Beispiel, wenn ich nachdenke, schaue ich in die Ferne – bis zu einer Stunde lang. Auch, wenn ich vor vollendete Tatsachen gestellt werde, reagiere ich wie Edwin. In meiner Autorenbeschreibung bei Amazon steht unter anderem: „In den schattigen Gassen des Alltags lauert Stefan U. Frank, ein wacher Beobachter des menschlichen Miteinanders. Mit scharfem Blick erkennt er die Hindernisse und Kleinigkeiten, die das Leben kompliziert machen. Stefan U. Frank, geboren im Jahr 1951, hat berufsbedingt viele Regionen Deutschlands durchstreift, bevor er im Jahr 2017 in Kiel sesshaft wurde. Ein stiller, humorvoller Geist, der seine Umgebung mit wachen Augen betrachtet. Er verfolgt seine eigenen Gedanken und Ansichten, anstatt sich der Masse anzuschließen.“ Wenn ich schreibe, benötige ich keine stille Kammer oder ein Haus am Meer; Nein, bei mir läuft das Radio, der Fernseher, meine Frau spricht mit mir… länger… und zwischendurch schaue ich in die Ferne, ohne etwas zu denken.

Gibt es etwas, das dir noch wichtig ist und das wir noch nicht behandelt haben?

Wie es in meinem Nachwort in dem Buch „EDWIN – träum weiter“ heißt: Ich bedanke mich von Herzen bei all den Menschen, die den Protagonisten mit ihren Worten und Taten in diese prekären Situationen gebracht haben. Ob es nun bewusst oder unbewusst geschah, spielt keine Rolle. Die meisten von ihnen werden sich wohl kaum daran erinnern, wie ihre scheinbar belanglosen Worte oder ihre spitzen Bemerkungen Edwin und anderen Menschen zugesetzt haben. Sie werden wohl auch nicht im Traum daran denken, dass sie damit den Auslöser für dieses kleine Buch bildeten. Nun gut, vielleicht haben Sie es nicht ins Fernsehen geschafft, aber immerhin haben Sie es in dieses Buch geschafft. Und das ist nicht nichts. Es ist ein kleiner Triumph, den Sie sich auf Ihre ganz eigene Weise verdient haben. Herzlichen Glückwunsch.

Danke dir für das Interview.

Mehr über Stefan U. Frank erfahrt ihr auf frank-in-kiel.de.

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