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All the Young Dudes (Rezension)

Titel: All the Young Dudes
Autorin: MsKingBean89
188 Kapitel / 1799 Seiten
Genre: Fantasy, Harry Potter
ET: 12.11.2018, Archive of Our Own
Sprache: Englisch

Bewertung: 4 von 5.

Ich habe länger darüber nachgedacht, ob ich All the Young Dudes hier rezensieren soll, aber die schiere Länge und die umfassende, tiefgehende Geschichte haben mich überzeugt, dieses Werk hier zu würdigen.

All the Young Dudes von MsKingBean89 ist eine 2018 erschienene Harry Potter Fanfiction über die Zeit von James Potter, Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew, sowie ihrer Freund:innen in Hogwarts und den ersten Zaubererkrieg, erzählt aus Remus‘ Perspektive.

Obwohl mich manche Dinge zu Beginn irritiert haben, wie etwa die Tatsache, dass Remus seine Kindheit nicht bei seinen Eltern, sondern in St. Edmund’s, einem Waisenhaus für Buben, verbringt, oder dass er zu Beginn nicht ordentlich lesen kann, hat mich die Geschichte mit der Zeit immer mehr in ihren Bann gezogen.

Besonders gut hat mir die Zeit der Marauders in Hogwarts gefallen, ihre Streiche, ihre Freundschaft, wie sie das Leben in der Schule zwischen zaubern, Hausaufgaben, Streichen, erster Verliebtheit und schließlich dem drohenden ersten Zaubererkrieg gemeistert haben. Über ein Jahr lang habe ich daran gelesen, mal intensiver, mal brauchte ich wegen der doch heftigen Themen Abstand. Besonders geliebt habe ich die Darstellung der Beziehungen der Hauptcharaktere – vor allem den Vergleich zwischen James Potter und Lilly Evans zu Remus Beziehung zu Sirius Black. Es wird sehr schön gezeigt, wie es in den 60er- und 70er-Jahren war, eine homosexuelle Beziehung zu führen, welche Hürden und Gefahren sie ausgesetzt waren und wie schwer es war, seine Liebe nicht offen zeigen zu können. Leider in vielen Teilen der Welt immer noch ein aktuelles Thema.

Außerdem war ich ganz verliebt in die Freundschaften der Geschichte, nicht nur zwischen den vier Marauders/Tunichtguten, sondern auch zwischen Remus und Grant sowie zwischen Remus, Sirius, James und Peter und den Mädchen in ihrem Jahrgang, Lily, Dorcas, Mary und Marlene.

Die Streiche der vier Burschen, die oftmals auch mit ihren Freund:innen zusammenarbeiten, um Hogwarts in Atem zu halten, haben mir einsl richtig schönes Hogwartsgefühl vermittelt.

Obwohl der nahende bzw. laufende Zaubererkrieg in der Geschichte eine große Rolle spielt, haben mir die unbeschwerte Hogwarts-Zeit und die Freundschaft der vier Burschen besonders gut gefallen. Man erlebt, wie sie die Karte des Rumtreibers entwickeln, Freundschaften knüpfen, sich verlieben und mit ganz normalen Alltagsproblemen, genauso wie der Zeit in der sie leben geschuldeten Vorurteilen und Ängsten zu kämpfen haben. Dabei wird das Thema Queerness, bzw. vor allem Remus Umgang mit seiner sexuellen Orientierung wirklich schön und auch der Zeit entsprechend behandelt.

Die Darstellung und Charakteristiken von Remus, James, Sirius und Peter waren wirklich toll und haben so viele Einblicke in ihr Leben gegeben, blieben dabei realistisch und so mitreißend, das war wirklich schön.

Selbstverständlich legt der Zaubererkrieg einen dunklen Schatten auf die voranschreitende Geschichte und oftmals wollte ich die Burschen einfach nur schütteln und ihnen sagen, dass sie mehr miteinander reden müssen, aber da man als Harry Potter Leser:in ja weiß, wie es für Sirius, Remus, Peter und James rund um 1980 weitergegangen ist, war die Entwicklung für mich zwar schon schmerzhaft, aber (leider) sehr glaubhaft und für mich sogar ein wenig erleuchtend beschrieben.

Alles in allem eine schöne, umfassende und sehr durchdachte und tiefgreifende Geschichte über vier außergewöhnlich talentierte junge Magier, ihre Freund:innen und ihr Schicksal.

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