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Missing Page (Rezension)

Titel: Missing Page
Autorin: Katie Kento
460 Seiten
Genre: YA Krimi
ET: 30.3.2026
Verlag: ONE

Bewertung: 5 von 5.

Antonia Agatha Roth, genannt Toni, leidet an einer Schreibblockade: Seit einem Jahr kann sie nicht an ihrer Drachengeschichte weiter schreiben, die ihr jedoch sehr viel bedeutet. Um das zu ändern, nimmt sie an einem Schreibseminar des berühmten Schriftstellers Richard E. Giffard Teil und reist dazu zu dessen Herrenhaus in Schottland.

Dort angekommen kündigt der zurückgezogen lebende Schriftsteller ihr und den anderen 5 Teilnehmer:innen an, dass jemand unter ihnen am Ende einen Buchvertrag bekommen kann – und, dass das Schreibseminar eigentlich dazu dient, unter den Teilnehmenden einen Erben seines Vermächtnisses zu suchen.

Doch irgendetwas scheint in dem alten Herrenhaus seltsam… Die wenigen Angestellten sind skurril bis komplett abweisend, die anderen Teilnehmenden wirken alle irgendwie komisch und der Hausherr selbst gibt den Leser:innen die größten Rätsel auf. Als die Jugendlichen dann auch noch aufgrund eines Unwetters mit dem Schriftsteller und seinen Angestellten in dem abgelegenen Herrenhaus festsitzen und zunehmend seltsame Dinge passieren, weiß niemand mehr, wem man noch trauen kann…

Wenn das hier ein Buch wäre, würde ich mich mit dieser Auflösung nicht zufriedengeben. Ich würde glauben, dass in den Puzzle noch Teile fehlen. – S. 284

Missing Page hat dermaßen viele Enthüllungen und Wendungen, dass ich nie sicher war, ob das, was mir gerade enthüllt wird, die Wahrheit ist, oder doch nicht.

Dazu kommt eine sehr unzuverlässige Erzählerin – denn selbst Schlafwandlerin Toni fragt sich, welche ihrer Beobachtungen auf Giffard Manor nun Traum und welche Wirklichkeit sind. Und inwieweit sie sich selbst trauen kann.

Nachdem ich ein wenig gebraucht habe, um mich in das regnerische, stürmische Schottland zu träumen (was vielleicht auch den hohen Temperaturen in Wien geschuldet ist), konnte ich Missing Page kaum noch aus der Hand legen. Das Buch ist so spannend geschrieben, und bietet mit all den Protagonist:innen einfach unglaublich viele Verdächtige, dass das Rätsel um den Fall von Giffard Manor mich absolut gefesselt hat.

Die Auflösung des Falles gestaltet sich wie ein Puzzle – denn niemand kennt das gesamte Bild und jede und jeder steuert eine andere Weisheit zur Aufklärung des blutigen Albraums bei.

Ich hatte lange einen sehr klaren Verdacht über die Tat und die Verantwortlichen, der sich am Ende jedoch als völlig falsch herausstellte.

Das Setting in einem schottischen Herrenhaus hat mich auch sofort begeistert und die Stimmung war einfach so schön düster und mysteriös, während ich mit (oder gegen?) Protagonistin Toni versucht habe, all die verworrenen Fäden des Falles zu entwirren und mit ihr hinter die Geheimnisse von Giffard Manor zu kommen. Und dabei konnte ich niemandem vertrauen…

Die unglaublich mitreißende Geschichte, die auf jeder Seite neue Erkenntnisse und gleichzeitig Rätsel liefert, wurde in dieser Ausgabe neben Briefen, Notizen und Plänen durch einen Farbschnitt, ein aufklappbares Cover und ein Page-Overlay ergänzt, die alle gleichzeitig für mehr Fragezeichen in meinem Kopf sorgten und schlussendlich die Lösung des Falles umso bunter erscheinen ließen.

Eine große Empfehlung an alle Krimi- und Schottland-Fans.

Klappentext:

Ein Schreibseminar in einem abgelegenen Herrenhaus in Schottland.

Sechs Jugendliche, die wegen eines Unwetters dort festsitzen.

Ein blutiger Albtraum, der Realität wird.

Und Schlafwandlerin Toni, die sich selbst nicht mehr trauen kann …

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