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Verschenken statt verstauben: Offene Bücherschränke als nachhaltiges Lesekonzept

Bücherschränke in Wien beim Pfarramt Lainz, in Ober St. Veit, in der Zieglergasse und der Wiedner Hauptstraße.

Was tun mit ausgelesenen Büchern, vielleicht jenen, die doch nicht so dem Geschmack entsprochen haben, Büchern, für die kein Platz mehr ist, Büchern, die man nicht mehr will?

In meiner Heimatstadt Wien schießen sie zurzeit wie Schwammerl aus dem Boden: die offenen Bücherschränke. Oft in alten Telefonzellen untergebracht, bringen sie freien Lesegenuss oder die Möglichkeit eines neuen Zuhauses für ein ungeliebtes oder ungebrauchtes Buch.

So landen ungewollte Bücher nicht mehr etwa im Altpapier, sondern können ganz einfach und ressourcenschonend abgegeben werden.

Das Faszinierende daran: Jede und jeder kann Bücher beisteuern oder welche mitnehmen
– das schafft eine unglaubliche Themenvielfalt unter den Büchern: von Belletristik über Reiseführer, Kinderbücher, Ratgeber bis hin zu Sachbüchern, alles findet sich in den für jeden zugänglichen, kompakten Regalen.

Zudem erhalten sich Bücherschränke auf diese Art autark. Zwar werden sie von ihren Initiatoren ins Leben gerufen, danach jedoch werden sie durch das Mitnehmen und Bringen neuer Bücher am Leben gehalten.

Das führt auch dazu, dass das Sortiment eines offenen Bücherschranks ständig wechselt. Täglich werden Bücher adoptiert und neue hinzugefügt, hat man gestern ein langgesuchtes Schätzchen zwischen den zu adoptierenden Büchern gefunden, kann man morgen eine neue Buchentdeckung machen und etwas finden, das man noch gar nicht kannte.

Es handelt sich um ein Geben-und-Nehmen, und das ohne Geld oder andere Zahlungsmittel. Für ein Buch muss man kein Geld bei sich tragen oder dafür etwas hergeben: man nimmt mit was gefällt und lässt da, was man nicht mehr braucht.

Inzwischen gibt es viele Initiatoren, die offene Bücherschränke betreuen, oft sind das Vereine oder etwa Theater. Der erste offene Bücherschrank in Wien wurde 2010 aufgestellt[1]. Ich finde das eine fantastische Idee, einfach auch um den Austausch von Büchern zu unterstützen. Angenommen ich habe ein Lieblingsbuch, dass ich gerne mit anderen teilen will, so kann ich es einfach in einen dieser Bücherschränke stellen und inspiriere damit vielleicht den nächsten Vorbeikommenden, zu einem Buch zu greifen.

Dieses System braucht auch kein Personal und es gibt keine Öffnungszeiten – wenn man will, kann man sich um 2.00 Uhr nachts ein Buch holen oder am Weg zur Arbeit das ausgelesene Buch im Bücherschrank lassen. Unabhängig, spontan, frei sozusagen.

Es lohnt sich bestimmt, einmal bei einem vorbei zu schauen, denn wer weiß? Vielleicht ist unter den aussortierten Büchern ja (d)ein neues Lieblingsbuch dabei 😉

Nachfolgend findet ihr eine Liste von offenen Bücherschränken in Wien – schreibt gerne eure Tipps zu weiteren Bücherschränken in die Kommentare 😊

Sankt-Elisabeth-Platz, 1040 Wien
Wiedner Hauptstraße 108 vor dem Theater Scala in 1050 Wien
Zieglergasse/Westbahnstraße, 1070 Wien
Lainzer Platz in 1130 Wien
Matznergasse/Märzstraße in 1140 Wien


[1] https://www.offener-buecherschrank.at/ [15.03.2021]

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