Allgemein, Rezensionen, Thriller

Die Rache ist mein (Rezension)

Titel: Die Rache ist mein
Autorin: Marie NDiaye
Seiten: 240
ET: 10.10.2021
Genre: Gesellschaftsroman, Thriller

Bewertung: 1 von 5.

Die Anwältin Me Susane wird von Gilles Principaux beauftragt, seine Frau zu vertreten. Diese hat ihre drei gemeinsamen Kinder ermordet. Gilles Principaux kommt Me Susane sofort bekannt vor, sie glaubt, als Kind in ihn verliebt gewesen zu sein.

Gleichzeitig will die Anwältin für ihre Putzfrau einen Aufenthaltstitel erwirken und arbeitet auch an diesem Fall.

Während sich Me Susane in die beiden Fälle einarbeitet, taucht sie immer tiefer in das Leben ihrer Mandantin und ihrer Haushaltshilfe ein und dabei schafft die Autorin ein undurchdringbares Kuddelmuddel aus den drei Handlungssträngen: den beiden Frauen, derer Fälle sich die Anwältin annimmt, sowie ihrer eigenen, tief vergrabenen Kindheitstraumata.

Die Hauptperson Me Susane wirkt realitätsfern und lechzt nach der Zuneigung ihrer Haushaltshilfe, sowie der ihrer Eltern, die sie, salopp gesagt, einfach nur widerlich behandeln und dezent mobben.

Interessant ist die Figur der Marlyne Principaux, die jedoch leider kaum zu Wort kommt, um ihre Tat zu erklären und deren Hintergründe nur sehr flach beleuchtet werden.

Ich war mir nie sicher, ob ich nun der Handlung folge, oder den absolut neurotischen, selbstzweifelnden Gedanken der Protagonistin Me Susane, denn ihr Fall und ihre Gedankenwelt sind so sehr ineinander verwoben, dass sich die beiden nicht voneinander abgrenzen lassen.

Zudem wirkt die Anwältin unprofessionell und beweist kaum fachliche Distanz zu ihrem Fall. Ich hatte das Gefühl, dass sie eher an der potentiellen gemeinsamen Vergangenheit zum Mann ihrer Mandantin, als an der Aufklärung des Falles, interessiert war.

Den Schreibstil fand ich sehr gewöhnungsbedürftig und obwohl es einen Spannungsbogen gab, wegen dem ich das Buch schließlich nach einigen Abbrüchen auch beendet habe, war es wirklich anstrengend zu lesen. Zwar auf eine gewisse Art poetisch, aber durch die verworrenen Gedanken der Protagonistin(nen) sehr anstrengend.

Ich fand sehr irritierend, dass die Hauptperson einfach alles und jede Handlung ihrer Mitmenschen auf sich bezieht, ständig zweifelt und der eigentliche Fall ihrer Mandantin bloß nebensächlich ist.

Und zuletzt frage ich mich, was der (deutsche) Titel eigentlich mit der Handlung zu tun hat.

Fazit: Salopp gesagt geht es um eine Anwältin, die eine Kindsmörderin vertreten soll, der es aber wichtiger ist, ob ihre Putzfrau sie mag.

Klappentext: Eine Anwältin wird beauftragt, eine Mutter zu verteidigen, die ihre drei Kinder ermordet hat. Aber verbindet sie nicht mit dem Vater der Kinder eine folgenreiche Begegnung viele Jahre zuvor? Was ist hier Wahrheit, was Lüge? Und ist es möglich, ohne Gewissheit zu leben?

Ein Gedanke zu „Die Rache ist mein (Rezension)“

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