Allgemein, Rezensionen, Thriller

Blutkristalle (Rezension)

Titel: Blutkristalle
Autorin: Ursula Poznanski
Seiten: 75
ET: 2021
Genre: Thriller

Bewertung: 4 von 5.

Diesen Kurzthriller habe ich auf der Buch Wien entdeckt und er hat mich sofort aufgrund seines Covers, des Klappentextes (der steht ganz unten) und der Seitenzahl (nur 75) angesprochen.

Eine spannende Lektüre für zwischendurch und ein interessantes Konzept: denn die Geschichte wird aus der Perspektive des Antagonisten erzählt.

Wolfgang hat eine große Liebe: Ella. Die beiden sind füreinander bestimmt. Nur leider will seine Traumfrau das nicht wahrhaben. Zeit, sie davon zu überzeugen und die große Liebe wahr werden zu lassen! Am besten, indem er spektakulär Ellas Leben rettet (und nebenbei ihren neuen Freund aus dem Weg schafft). Der romantische Winterurlaub des Paares bietet sich da perfekt an, denn auf dem ist Wolfgang heimlich mit dabei. Ist der Freund erst einmal aus dem Weg geschafft, steht der großen Liebe dann nichts mehr im Wege. Klingt nach einem perfekten Plan! Oder?!

Ich habe dem Wolfram sofort zugetraut, dass ihn nichts davon abhält, „seine“ Ella von sich zu „überzeugen“. Wolfram ist extrem creepy, er weiß dank sozialer Medien nahezu alles über die Ella und ist fast immer mit dabei – als unsichtbarer Begleiter. Er hält sich immer bedeckt im Hintergrund, beobachtet, analysiert und plant.

Dass die Ella mit ihrem Freund einen Urlaub macht, stößt ihm schwer auf, ist sie doch für ihn bestimmt. Da ist es nur normal, dass er heimlich mit auf Urlaub kommt. Jedes fürsorgliche Verhalten, eigentlich alles, was Ellas Freund macht, legt der Wolfgang negativ aus. Das ist einfach nicht der Mann, der an Ellas Seite sein sollte, denkt er sich stets, deshalb muss er weg. Dann wird Wolfgang ihr Retter sein.

Und das macht ihn in meinen Augen auch so gruselig: er sieht sich selbst als Ellas strahlenden Ritter, als Beschützer, obwohl er die Ella selbst ständig in Gefahr bringt. Wofür er jedoch dann stets Ausflüchte findet und sich die Fakten in seinem Kopf zurecht biegt. In seinen augen sind alle anderen die Bösen: Ella, ihr Freund, unbeteiligte Dritte. In seiner eigenen Welt ergibt sein ganzes Verhalten absolut Sinn, das macht ihn aber umso gruseliger.

Als Leser erwährt man, wie es im Wolfgang aussieht, hört seine Gedanken und weiß um seine Gefühle. Wolfgangs innere Stimme hat dabei einen wichtigen Part in der Handlung und hat in meinen Augen seinen ganzen Wahnsinn nochmal extrem gut ins Scheinwerferlicht gerückt. Dass er vor nichts zurückschreckt, um seinen Plan durchzuziehen, wird schnell klar…

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Handlung aus der Sicht des Täters erzählt wird. So ein Buch habe ich bisher noch nicht gelesen, allerdings hat das zusätzlich Spannung in die Geschichte gebracht und es war interessant, Wolfgangs Motivation hinter seinen Taten zu sehen. Einerseits bekommt man dadurch die Welt aus seiner verqueren Vorstellung mit, andererseits dreht das die Perspektive um und man sucht nicht nach Motiven oder dem Täter, sondern man fiebert mit, wann er wie zuschlagen wird. Das Opfer steckt in der nichtsahnenden Rolle und ich habe mit Spannung darauf gewartet, wann ihr klar wird, was eigentlich passiert.

Klappentext: Stalking im Schnee

Ella ist für Wolfgang bestimmt, das weiß er – nur sie will es partout nicht wahrhaben. Als Ella mit ihrem neuen Lover Paul eine Winterwanderung plant, ist Wolfgang heimlich mit von der Partie. Er wird sie retten, in mehr als nur einer Hinsicht …

5 Gedanken zu „Blutkristalle (Rezension)“

  1. Das Cover ist wirklich toll! Und die Geschichte klingt schon recht creepy. Ich hab mir für 2022 vorgenommen, eins der Bücher von Ursula Poznanski zu lesen, Shelter zum Beispiel. Die klingen alle sehr gut.
    LG, Tala

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