Allgemein, Rezensionen, Utopie

Sirrah – Eine Rebellion aus Liebe gegen das System (Rezension)

Titel: Sirrah eine Rebellion aus Liebe gegen das System
Autorin: Petra Gugel
213 Seiten (e-book)
ET: 9.6.2017
Genre: Dystopie

„Sirrah“ von Petra Gugel widmet sich der Frage, wie die Welt aussehen könnte, würden Frauen sie beherrschen. Die Protagonistin Sirrah wächst in ferner Zukunft in einer matriarchalen Welt auf, in der ihr alle Möglichkeiten offenstehen. Als Frau kann sie eine Ausbildung und Karriere machen, während Männer, wie ihr Bruder oder ihr Freund, die Benachteiligten dieses Systems sind. Die beiden müssen körperlicher Arbeit nachgehen, da sie keine anderen Perspektiven haben. Doch es regt sich Unmut in der Bevölkerung.

Die Handlung liest sich flüssig und ist leicht verständlich. Die Gesellschaftsordnung in der Sirrah lebt ist matriarchalisch, dadurch stößt man beim Lesen auch auf festgefahrene Strukturen der eigenen Gesellschaft. Der Stil der Autorin lässt uns vor allem Sirrahs Sicht der Dinge sehen und somit folgt man auch ihrer (Nicht-)Auseinandersetzung mit den gesellschaftspolitischen Geschehnissen. Denn Sirrah selbst hinterfragt das System nicht wirklich, die Rollen von Mann und Frau sind für sie ganz selbstverständlich. Meiner Meinung nach auch, da das System für Sirrah arbeitet. Sie strebt eine Karriere in der Raumfahrt an und tut alles, um nach der Schule die Weltraum-Akademie besuchen zu können. Eine Chance, die sie als Mann nie hätte.

Solange sich die Dinge zu Sirrahs Gunsten entwickeln, denkt sie nicht groß über ihre Welt nach, auch von der im Titel erwähnten Rebellion bekommt man wenig mit, da sie Sirrah lange Zeit nicht interessiert. Ihr Leben dreht sich einzig um die Akademie.

Ohne zu viel vom Ende verraten zu wollen, kam es für mich sehr plötzlich und auch etwas übereilt. Obwohl die Rebellion bereits im Titel erwähnt wird, war sie für mich (und für Sirrah) kaum vorhanden.

Fazit: Hierbei handelt es sich grundsätzlich eine tolle Geschichte, die Idee des matriarchalen Gesellschaftssystems hält uns ein wenig den Spiegel vor und zeigt, wie absurd manche Normen und Werte teilweise sind. Ich hatte viel Spaß beim Lesen, denn die Rebellion, die Raumfahrt, die Nebencharaktere und auch Sirrah bieten zunächst eine tolle Handlung. Sirrahs Wandlung hin zu einer Kritikerin des Systems erzeugt einen guten Spannungsbogen, jedoch leider sehr spät, wodurch er viel an Dramatik einbüßt. Das Buch hätte gut noch weitere 50 Seiten, mehr von der Rebellion und ein ausführlicheres Ende vertragen können, um eine schön abgerundete Geschichte zu zeichnen.

2 Gedanken zu „Sirrah – Eine Rebellion aus Liebe gegen das System (Rezension)“

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