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Die Schönheit des Himmels (Rezension)

Titel: Die Schönheit des Himmels
Autor: Sarah Biasini
192 Seiten
Genre: Biographisches
ET: 25.10.2021

Bewertung: 3 von 5.

Das Buch Die Schönheit des Himmels ist aus der Ich-Perspektive der Autorin erzählt, die die Geschichte ihrer eigenen, viel zu früh verstorbenen, Mutter, ihrer kleinen Tochter erzählt: die Geschichte der berühmten Romy Schneider.

Ich sage nicht gerne ihren Namen. Den Namen, auf den sie reagierte, wenn andere sie riefen. Ich bin ihre Tochter, seine Eltern nennt man nicht beim Namen.

Sarah Biasini (2021): 17

Romy Schneider starb mit nur 53 Jahren und war eine der talentiertesten und erfolgreichsten Schauspielerinnen ihrer Zeit und ihr Werk und ihre Bekanntheit schwingt bis heute nach.

Das Buch beginnt damit, dass die Erzählerin zum geschändeten Grab ihrer Mutter fahren muss, was Erinnerungen und Trauer aufreißt, die lange begraben waren.

Nun wird Romy schneider erneut beigesetzt, doch durch dieses Ereignis hat die Erzählerin die Möglichkeit, bei der Beisetzung ihrer Mutter dabei zu sein, was sie beim ersten Mal nicht konnte, weil sie ein Kind war.

Die Autorin lässt verschiedene Augenblicke ihres Lebens Revue passieren, man springt in der Zeit: mal befindet man sich im Jahr 2017, dem Jahr der Rahmenhandlung, mal in den frühen 2000er-Jahren, mal in den Neunzigern.

Dabei welchselt die Autorin zwischen Erzählungen über ihre Mutter und ihre eigenen, dmait verbundenen, Gedanken zur Mutterschaft, denn kurz vor ihrem 40. Geburtstag entdeckt sie, dass sie schwanger ist. Um ihre Beziehung mit ihrer Mutter aufzuarbeiten, sich begreiflich zu machen, was Muttersein bedeutet, setzt sie sich mit ihrer eigenen Mutter auseinander und erzählt diesen Prozess ihrer Tochter.

Der Leser bekommt sowohl Anekdoten aus dem Leben Romy Schneiders, als auch Gedanken und Gefühle der Autorin zu diversen Themen: zu ihrer Mutter, zu deren Leben, zu ihren eigenen Gedanken und zu ihrer Tochter. Die Rolle der Mutter ist dabei ein wiederkehrendes Konstrukt, welches die Autorin beschäftigt, da sie selbst noch keine fünf Jahre alt war, als ihre eigene Mutter verstarb.

Man spürt beim Lesen, wie schwierig es ist, mit der Bekanntheit der eigenen Mutter umzugehen, und mit der Tatsache, dass alle Welt sich an sie erinnert, man selbst aber nur 5 Jahre mit ihr zusammen hatte.

Sarah Biasini hat eine angenehme, anmutende, beinahe poetische Erzählweise, in der sie sanft und voller Gefühl das Leben dreier Frauen, die sich so nie kennen gelernt haben, zu einer Erzählung vereint: ihr eigenes, das ihrer Tochter und das ihrer Mutter.

Ich bin an einem Scheideweg. Ich werde dich hören, wie du mich Mama nennst, ohne mich daran zu erinnern, es selbst gesagt zu haben.

Sarah Biasini (2021): 114

Das Buch liest sich angenehm aber etwas zäh, trotz seiner Kürze von 192 Seiten hatte es aber Längen, was zugegebenermaßen vielleicht daran liegt, dass ich normalerweise selten Biographisches lese und dadurch eher einen Spannungsbogen gewohnt bin. Das Buch mutet poetisch an, was nicht unbedingt mein Genre ist. Gut gefallen hat mir aber die Art, wie die Autorin mit ihrer Tochter/dem Leser spricht, und auch die einzelnen Szenenbeschreibungen und wie die Geschichten der Erzählerin, ihrer Mutter und ihrer Tochter miteinander verwoben wurden.

Jetzt gibt es hier eine mini Blogpause – wir lesen und schreiben uns wieder am 5. April. Lest was Schönes bis dahin 😉

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