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Becoming an author: Ein Interview über den Start ins Autorenleben mit Susanna von susannawritesabook

Ein Buch zu schreiben ist für viele ein Traum. Susanna, die ich über Instagram kennen gelernt habe, hat sich ein Sabbatical von ihrem Job genommen und sich diesen Traum erüllt.

Ihre Buchreise kann man auf ihrem Instagram Profil Susannawritesabook verfolgen, ein Blick hinter die Kulissen des Schreibens und Planens eines Fantasyromans. Und ich hatte ein lustiges, lockeres und spannendes Interview mit Susanna über ihr Buch, ihren Weg des Schreibens und ihre Liebe zum Lesen.

Viel Spaß mit unserem Interview 🙂 .

Hi Susanna, schön, dass wir Zeit für unser Gespräch haben.

Ja, ich habe mich sehr gefreut, als du nach einem Interview gefragt hast.

Ja sehr gerne, ich hab deinen Instagram-Account voll spannend gefunden, und dass du ein Buch schreibst, ist so toll. Da dachte ich, fragen schadet ja nichts. Man trifft über Instagram ja auch immer so nette Leute. Allerdings bin ich gespannt, ob noch ein Lockdown kommt. Da kann man wenigstens zaus bleiben und lesen.

Ja. (Lachen) Oder schreiben. Ich habe mir das vorgenommen, das bis Weihnachten einigermaßen hinzubekommen, aber es ist schon noch viel, merke ich immer wieder. Ich bin halt kein Schriftsteller, der sich am Tag acht Stunden hinsetzt. Das ist auch ganz schön anstrengend. Und so ein Buch schreiben, das ist schon nicht so einfach, habe ich festgestellt, manchmal kann man es gar nicht aufhören, und bei manchen Stellen denkt man sich: hoffentlich habe ich das jetzt gleich „im Kasten“.

Aber insgesamt ist es wahrscheinlich schon cool, sein eigenes Buch zu schreiben, oder?

Ja. Ich habe die Idee schon echt lange gehabt. Das fragen manchmal auch Freunde oder Bekanntschaften von Instagram: Wie hat das denn so angefangen? Ich habe einfach immer gerne schon Kurzgeschichten geschrieben, oder hatte Brieffreundschaften. Das fing in der Schulzeit an, wenn dann Schulkameraden für ein halbes Jahr weg sind, dann haben wir uns Briefe geschrieben. Und damit hat es angefangen, dass ich kurze Fantasygeschichten geschrieben habe. Daraus ist irgendwann die Idee gekommen, mehr daraus zu machen. Das Buch hat mit einer Kurzgeschichte begonnen und 2020 in der Pandemie habe ich gedacht: Ach, jetzt schreibst du mal. Dann waren das auf Anhieb 200 Seiten. Auch mein Mann war überzeugt: ist okay, wenn es dein Traum ist, dann probier es aus und mach ein halbes Jahr Jobpause, und jetzt ist das im Jänner schon vorbei.

Super, dann läuft’s ja gut, das Schreiben.

Doch, ja. Es läuft, aber nicht acht Stunden am Tag. Da muss auch mal einen IKEA-Besuch dazwischen rein.

Das stimmt. Hast du einen Plan, wie viel du am Tag oder in der Woche schaffen willst, oder machst du das einfach wie’s kommt?

Als ich letztes Jahr mit den 200 Seiten angefangen habe, habe ich mir das tatsächlich mit den Seiten vorgenommen, und das hat echt gut geklappt. Jetzt mache ich das gar nicht so, merke ich. Ich habe ein Kapitel-Exposé fertig gestellt, worauf ich sehr stolz bin, denn es ist ein sehr kompliziertes Buch, stelle ich immer wieder fest. Dann frage ich mich, ob ich das so veröffentlichen kann, oder ob sich die Leute denken: Was schreibt sie? Ich verstehe das gar nicht. (beide lachen). Aber muss ich schauen, ob ich das so mache, oder ob ich nochmal alles einfach chronologisch ordne. Ich kann dir das alles mal erzählen und du sagst mir, ob du es verstehen würdest.

Bitte, leg los!

Es ist so, ich schreibe eine Zeitfolge in der Jetztzeit, die zieht sich vom Anfang des Buches bis zum Ende durch. Immer nach jedem Kapitel Jetztzeit gibt es auch einen Rückblick in die Vergangenheit. Aber das ist nicht nur die Vergangenheit der Hauptperson, sondern auch andere Zwischengeschichten von anderen Protagonisten. Auch von dem besten Freund der Hauptperson, oder auch von den Antagonisten in der Vergangenheit. Die wechseln sich immer ab und es wird entweder ein Erzähler oder die Ich-Form sein. Das war tatsächlich schwierig, weil ich immer durcheinander die Kapitel geschrieben habe, und jetzt habe ich letzte Woche endlich das Exposé fertig gemacht, auch um für mich zu sehen: wo fehlt denn noch was? Wo kann man überhaupt nicht verstehen, wo das herkommt? Das ist richtig gut und da sitze ich gerade dran. Ich habe gemerkt, dass manche Kapitel fehlen, die ich vorher gar nicht im Kopf hatte.

(beide lachen)

Damit meine ich Hintergrundwissen, die erklären was nun in der Gegenwart passiert. Das kann ich dann über die Rückblenden in der Vergangenheit erklären. Gleichzeitig muss es aber auch spannend bleiben und darf ich nichts vorwegnehmen. Das macht es recht kompliziert. Wenn ich so darüber nachdenke,  weiß ich, dass eine chronologische Abfolge einfacher ist.

Ja, total. Ich weiß ja nicht, was eigentlich genau in deinem Buch passiert (beide lachen), aber du hast mir erzählt, es sind zwei Brüder, die kämpfen und dabei alles zerstören und ein Wesen, das alles ändern kann, aber nicht weiß, ob es das möchte. In was für einer Welt bewegen wir uns da? Kannst du da ein bisschen was dazu erzählen?

Ja, klar, gerne. Ich versuche mal so einen elevator pitch. Die Grundgeschichte ist: es gibt den Erschaffer, der hat eine Welt kreiert, auf die er seine zwei Söhne losgelassen hat. Die Söhne hat er geschaffen aus Feuer und aus Eis und mithilfe von Wesen, die schon Frauen sind, aber die diese Elemente in sich aufgenommen haben. Diese zwei Söhne, geboren aus Eis und Feuer, bekriegen sich auf diesem Planeten. Ich stelle mir das immer so vor, dass man diesen von außen Planeten sieht: Von der einen Seite kommen die Eismeander, von der anderen Seite kommen die Lavaströme, aber dazwischen leben noch sehr viele andere Wesen, Völker, Sippen, Klans. Die nennen sich die freien Völker. Manche schließen sich der ein oder anderen Seite an, also dem Feuer oder dem Eis. Und manche, das kommt im Buch in der Gegenwart so langsam raus, sagen, sie wollen so nicht mehr weiterleben. Es muss ein anderes Leben geben, außer, dass sich da zwei Brüder streiten und alles zerstören nur um der Macht willen. Somit haben wir drei Komponenten: die beiden Brüder, die freien Völker und der Erschaffer. Er ist jemand, der unendlich lebt und gelangweilt ist. Er schickt immer wieder Monster und Intriganten auf diese Welt und heizt damit die Konflikte auch an, aber der Erschaffer ist nicht die Hauptperson, das ist nur die Rahmenhandlung. Und der Erschaffer hat ein Versprechen gegeben: Wenn es von einer Art auf diesem Planeten nur noch ein einziges Wesen gibt, dann hat dieses Wesen die Möglichkeit, das alles zu beenden und einen friedlichen Planeten zu schaffen.

Dieses eine Wesen ist ein Mädchen, eine Gestaltenwandlerin des Lichts. Sie heißt Taamia und sie ist noch fast ein Kind als sie erfährt, dass sie die Letzte ihrer Art ist. Und sie will diese Rolle gar nicht annehmen. Die Geschichte, dass es sie gibt, dass ihr „Vater“ das so gemacht hat, die kennt jeder auf dieser Welt, aber es gibt nicht eine Lösung dafür, was diese Person dann machen soll. Es gibt nur dieses Versprechen, und was dann wirklich passieren soll, das muss von der Letzten ihrer Art „erarbeitet“ werden. Und das ist die eigentliche Geschichte des Buches: Dass sich dieses Mädchen auf die Suche begibt. Alle sind hinter ihr her, wollen sie ausnutzen. Sie muss sich auf eine lange Reise begeben um  die Lösung zu finden. Und dabei stellt sie sich beständig die Frage „Kann ich diesen Frieden schaffen und will ich das überhaupt“? Denn das ist die andere große Frage, mit der auch jeder Jugendliche beim Erwachsenwerden hadert „Was ist mein Weg, wie soll mein Leben mal aussehen, was macht mich glücklich?“. Nur, dass Taamias Aufgabe die Welt zu retten noch ein viel größerer Zwang ist. (lachen). Das ist die Grundgeschichte. Aber da fehlte mir noch was.

Ich lese ganz viele verschiedene Fantasybücher wie Herr der Ringe, Game of Thrones, die Kingensaga – aber mir fehlt oft die Liebe, deshalb gibt es bei mir auch eine Liebesgeschichte. Es ist keine Romantasy, es ist keine Fantasy, es ist eine Mischung aus beiden. Und Taamia ist die Hauptperson und wird immer wieder vor Herausforderungen gestellt und muss sich fragen, ob sie das alles so will, wie es geschieht. Das ist die eigentliche Geschichte, die Entwicklung dieser Hauptperson.

Wow, das klingt komplex. (beide lachen)

Es ist nicht mega komplex, aber Liebesgeschichte, Welt retten, erwachsen werden, so eine Welt entstehen lassen, all die verschiedenen Wesen und ihre eigenen Geschichten und Fähigkeiten, das ist doch ganz schön viel, aber deswegen wird es auch eine Trilogie und nicht ein Band, weil ich festgestellt habe, das wird nicht alles in ein Buch passen. Was ist denn dein Lieblingsbuch?

Ich habe nicht wirklich ein Lieblingsbuch, aber das, welches ich am öftesten gelesen habe, ist Harry Potter, das habe ich zum ersten Mal mit elf gelesen und begleitet mich meine ganze Kindheit. Ich glaube, das ist bei Fantasybüchern, gerade wenn sie in der realen Welt angesiedelt sind, wie bei Narnia, die echte Welt ist eigentlich nicht schön: es ist Krieg, die Familie ist furchtbar, und dass die Fantasywelt die Rettung ist, ist ja schon ein beliebtes Stilmittel, würde ich sagen. Aber deine Geschichte ist ja nicht in der realen Welt verankert? Das ist eine eigene Welt.

Ja, das habe ich auch erst gelernt, wie das heißt, als ich angefangen habe zu schreiben. Ich habe schon immer gerne gelesen, aber ich habe mich nicht so mit den Fachtermini beschäftigt. Aber mein Buch ist eine High Fantasy, das heißt, es hat seine eigene Welt, und Harry Potter ist Urban Fantasy, das ist die echte Welt und eine Parallelwelt, das habe ich nicht gemacht. Es ist eher wie Herr der Ringe. Die High Fantasy hat zwar manchmal so Bezüge zur echten Welt, weil man kann nicht alles neu erfinden, es ist kein Science Fiction, wo alles ganz anders ist, sondern es ist Fantasy, wo es natürlich Bäume und Flüsse und sowas gibt. Aber ich versuche immer Sachen reinzubringen, von denen ich hoffe, die hat nicht irgendwer irgendwann irgendwo geschrieben. Es spielt ein Amulett eine Rolle in meinem Buch, dann denkt man natürlich gleich an den Ring bei Herr der Ringe. Oder die Hauptperson hat halt einen allerbesten Freund, ihren Seelenbruder, der sich mit ihr auf diese Suche begibt, das ist auch der Herr der Ringe: Freunde, die was zusammen suchen und auf eine gemeinsame gefährliche Reise gehen. Oder das verschiedene Gruppierungen und Königreiche gegeneinander kämpfen. Das ist fast in jedem Fantasyroman so, dass irgendjemand gegen irgendjemanden kämpft.

Freundschaft ist ja auch etwas, in Herr der Ringe sowieso, in Harry Potter, das ist ein beliebtes Motiv und ein schönes Thema.

Das ist auch eine Sache, die in dem Roman hoffentlich so rauskommt, dass sie ihren besten Freund – Ismael – hat, und dass sie zusammen dann die Welt erkunden und erwachsen werden. Sie lernen sich kennen, als sie sechs Jahre alt sind. Dann werden ihre Eltern umgebracht und seitdem leben sie zusammen. Ich muss auch sagen, dass ich gut an Fantasyromanen finde, wenn sie nicht ausblenden, dass es das Böse gibt. So ist auch mein Buch schon manchmal ein bisschen düster, das muss ich ehrlicherweise sagen. Es ist kein Kinderbuch. Und es gibt noch eine weitere dunkle Geschichte hinter Taamia und Ismael, von der ich nicht zu viel verraten will. Aber die ganze Welt und alle Wesen darin ahnen nicht, dass es noch etwas weitaus Schlimmeres gibt das auf alle zu kommt.

Wenn du einen, mehrere Charaktere aus deinem Buch treffen könntest: was würdest du denen mit auf den Weg geben? Vielleicht während dem Buch, oder am Anfang?

Ich muss sagen, dass ich gar keinen Lieblingscharakter habe, sondern ich finde die Guten wie auch die Bösen irgendwie ganz cool. Wobei auch der ein oder andere uns verlässt, d.h. ich werde die Figuren nicht alle bis zum Ende leben lassen, sondern manche werden auch gehen müssen. Aber ich glaube, ich würde zu allen sagen: macht das genauso, wie ihr das macht. Weil sie alle eine Entwicklung hinlegen. Es ist auch nicht der Böse der Superböse, und der Gute der Supergute – also es ist nicht so eindimensional. Meine Figuren haben alle verschiedene Nuancen und man kann nicht immer davon ausgehen, dass das am Anfang klar ist, wohin sich die Person entwickelt. Das war mir ganz wichtig.

Voll gut.

Ich muss es ja auch immer wieder lesen, zum Bearbeiten oder wieder Reinkommen. Dann denke ich: echt, das habe ich geschrieben? Cool! Es ist natürlich nicht so rund und geschliffen, wie bei anderen Autoren, und es ist noch nicht in einem Lektorat gewesen. Das muss noch kommen. Aber ich muss auch gestehen, ich schreibe blumig und verschwurbelt, und ich glaube, das ist manchmal ein Totschlagargument. Warum denn noch ein Adjektiv und noch ein Nebensatz. Aber ich mag das total gerne, ich mag Bücher, die so geschrieben sind. Aber ich kann auch verstehen, wenn Leute sagen: Sorry, das ist mir zu kompliziert. Deswegen habe ich Angst, wenn ich mal ins Lektorat gehe, dass der/die LektorIn sagt: „Da müssen wir nochmal ganz von vorne anfangen. Da müssen wir ganz viel raus schmeißen.“ Aber ich mache das ja auch für mich, das war meine Idee, mein Traum. Also ich werde es irgendwann veröffentlichen und meine Hoffnung wäre, dass es ein paar Leser ganz cool finden.

Ungefähr vor einem Jahr hab ich mir mal einen Instagram-Account zugelegt, um zu schauen, was eine Freundin von mir da macht. Da habe ich noch gar nicht dran gedacht, dass ich da mein Buch reinbringe, ich wollte nur mal gucken. Dann habe ich im März/April angefangen, etwas über das Buch zu erzählen, um zu schauen, wie Leute reagieren. Dann habe ich so viele nette Leute kennen gelernt. Eine davon bist du, ich finde das total cool! Wir hätten uns nie kennen gelernt, wenn es dieses Medium nicht gäbe. Ich finde das total krass.

Ich wollte eh fragen, Social Media spielt ja wahrscheinlich als Selfpublisher und als Autor, der zum ersten Mal was schreibt, sicher eine große Rolle, dass man sich vernetzt und Leute kennen lernt.

Es gibt die drei Gruppen, mit denen ich mich vernetze: das eine sind Freunde, die ich im realen Leben kenne. Die Nachbarin, oder Bekannte, die sagen: wie cool, ist ja spannend was du da machst. Dann habe ich viele Autoren kennengelernt. Davon sind viele Selfpublisher, Leute, die schreiben und eigentlich einen anderen Job haben, und manche sind erfolgreicher und manche stehen noch so wie ich am Anfang. Aber man tauscht sich aus: wie kann man das machen? Wie sieht der perfekte Klappentext aus? Und die dritte Gruppe, die ich auch sehr liebe, sind die Blogger, weil ich das sehr inspirierend finde. Ich habe einen riesengroßen SUB, weil alle so tolle Bücher bei IG posten. Ich schreibe nicht nur, ich lese natürlich auch total gerne. Dafür ist IG natürlich auch toll, das ist so eine total eigene Welt, wie findest du das?

Ich habe immer schon gerne gelesen. Dann habe ich Anfang 2020 meinen Bookstagram-Account gemacht und gar nicht drüber nachgedacht, dass man auch bloggen kann. Dann habe ich diese riesige Instagram-Buchszene kennen gelernt. Und was ich auch toll finde, abgesehen von den Leuten, die man kennen lernt, war mir davor Selfpublishing gar kein Begriff. Ich habe das nicht wahrgenommen. Ich habe auch schon wirklich viele kennen gelernt, also Selfpublisher. Ich dachte davor automatisch, man schreibt bei einem Verlag. Ich finde das total interessant, dass da so viel Arbeit dahintersteckt. Wirst du dein Buch im Selfpublishing rausbringen?

Ich werde es probieren, deswegen habe ich jetzt auch ein Exposé geschrieben und ich habe eine ganz liebe Freundin, die sich das auch anschaut und mir Rückmeldungen geben will. Sie arbeitet in einem Verlag, aber kein Fantasyverlag. Dann werde ich das an alle, die nicht bei drei auf den Bäumen sind, schicken und deren Meinungen anhören und dann werde ich das Buch fertig stellen. Wenn ich dann im nächsten halben Jahr auf Antworten warte, werde ich Band zwei weiterschreiben. Falls sich keiner meldet, werde ich das Buch im Selfpublishing rausbringen. Aber ich fände es cool, wenn ich jemanden an der Hand hätte, der mir ein bisschen hilft und Tipps gibt. Ich finde aber auch das Selfpublishing super, weil du dann dein eigener Herr bist. Da sagt dir vermutlich keiner: diese verschwurbelten Sätze müssen wir rausnehmen. Sondern ich kann einfach so veröffentlichen, wie ich es will. Oder der Titel bleibt jetzt so. Das sieht so aus, wie ich das haben möchte. Es gibt so viele tolle Leute, die Buchcover entwickeln, oder die dir helfen beim Text. Ganz tolle LektorInnen habe ich ebenfalls kennen gelernt. Und somit bin ich mir sicher, dass ich das alleine schaffe, aber es würde halt länger dauern. Ich finde überhaupt die ganze Bookstagram Community fantastisch – bis auf eine kleine Ausnahme bisher. Jeder ist immer total offen und hilfsbereit.

Ich hoffe (beide lachen). Das stimmt, gerade auf Bookstagram habe ich schon so viele tolle Accounts kennen gelernt, mir super sympathisch wirkenden Menschen. (…) Dass man nicht nur ins Buchgeschäft geht und sieht, was es da gibt, sondern auch abseits des Mainstreams schauen kann, was es für Bücher gibt. Auch barrierefrei mit Autoren oder anderen Lesern oder Bloggern kommunizieren kann.

Du siehst ja auch, wie die Accounts sind, ich schaue gern nach New Adult oder Fantasy. Aber ich folge auch Horror Accounts, auch wenn das nicht mein Genre ist. Oder ich folge auch einer, super nett, die Erotikgeschichten rezensiert. Finde ich auch ganz cool. Da darf jeder so sein, wie er will, und wenn es dir nicht gefällt, muss du’s ja nicht abonnieren. Ich habe auch eine Freundin, die ihr eigenes Buch im Selfpublishing rausbringt, die macht viele tolle Aktionen und ich will da immer helfen und mitmachen und das teilen, aber manchmal geht das in der Flut der Posts unter.

Dafür sieht man ja dann vielleicht den nächsten Post und kann da mitmachen. Dass man immer alles sieht, ist, glaube ich, schwer. Aber dafür ist es halt cool, dass man auf Instagram seine community hat. Oft findet man auch durch andere Accounts auf neue Leute.

Aber wie bist du eigentlich dazu gekommen? Du hast vorher einen anderen Account gehabt und hast dann einen Bücher-Account gemacht?

Meinen Instagram Account habe ich seit 2013, also doch schon ein paar Jährchen, da hatten plötzlich alle Instgram. Also ich habe irgendwann gemerkt, dass diese Buchaccounts angefangen haben. Dann bin ich mal dem gefolgt, mal der, und habe irgendwann mitgekriegt, dass es diese community da gibt. Ich habe dann im Jänner 2020 meinen Instagram-Buch-Account dazu gemacht. Dann habe ich letzten März meinen Blog begonnen, weil ich da auch die Chance hatte, eine Autorin zu interviewen und fand dann, dass Instagram dafür einen begrenzten Rahmen bietet. Ich habe so viel Spaß daran, diesen Blog zu machen.

Ich fand das auch total nett, dass du mich angeschrieben hast. Also man fühlt sich auch ein wenig gebauchpinselt, wenn man so eine Anfrage bekommt. Und du bist eine total nette Person, man hat einfach ein nettes Gespräch miteinander. Trau dich das ruhig!

Ich habe auch gemerkt, dass bis jetzt alle Autoren total positiv reagiert haben, wenn ich sie auf ein Interview angesprochen habe. Ich finde es schön, den Menschen hinter dem Buch kennenzulernen. Auch, wie sich Menschen dazu entscheiden, Autor zu werden. Ich habe jetzt auch nicht diese Geschichten in meinem Kopf, aber ich lese sie halt so gerne. Hast du da schon die ganze Geschichte im Kopf, weil ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich so viel zu Papier bringe.

Naja, deswegen habe ich das auch letztes Jahr probiert, ich plotte nicht. Ich habe das auch erst bei Instagram gelernt welche Methoden es gibt. Es gibt da ja hunderte Methoden und Schreibkurse und natürlich auch Studiengänge – das habe ich alles nicht gemacht. Das hat mich manchmal eher verunsichert.

Du hast aber schon einen Schreibworkshop mit Bernhard Hennen gemacht, wie war das denn und was konntest du daraus mitnehmen?

Das war eine Veranstaltung von Hugendubel organsiert. Man konnte zusammen mit ein paar anderen hundert Interessierten einen einstündigen Workshop mit ihm machen. Bernhard Henne ist einer unserer größten Fantasyautoren in Deutschland, und der hat diesen Tipp gegeben mit dem Kapitelexpose. Da dachte ich mit meinem etwas durcheinander geratenen Kapitelhaufen: Boah, das hört sich gut an! Ich habe es gemacht und es hilft tatsächlich. Aber bei mir kommen die Ideen während des Schreibens, das hätte ich auch nicht gedacht. Man muss sich einfach trauen. Und jetzt wird es immer mehr meine Geschichte.
Ich schreibe nicht nur für den Leser, sondern auch für mich, meine Fantasien müssen raus und ich will auch andere daran teilhaben lassen. Aber jeder will halt auch gefallen und will die Meinungen der anderen dann wissen, daher bin ich auch manchmal verunsichert und zweifle an meiner Geschichte über Taamia und Ismael. Es ist toll, die Zeit für mein Buch zu haben. Ich bin auch ein bisschen zusammengezuckt, als du gesagt hast „Autorin“, weil ich muss das Buch ja erst mal veröffentlichen.

Ein bisschen Schriftstellerin sozusagen 😉

Becoming an author. (lacht)

4 Gedanken zu „Becoming an author: Ein Interview über den Start ins Autorenleben mit Susanna von susannawritesabook“

  1. Oh, sehr schönes Interview!

    Ich muss ja sagen, ich bin selber frischgebackener Autor, ich hab nämlich 2020 mein erstes Buch geschrieben: Das Osiris Projekt. Sci-Fi, spielt in Deutschland, ist 334 Seite lang und ist auf meinem Blog vollständig lesbar. Das war nicht der erste Versuch, aber der erste erfolgreiche Versuch mit einem Anfang und einem Ende (!!!). Dann hab ich frustriert versucht das Buch zu überarbeiten und hab Anfang diesen Jahres aufgegeben und mich erstmal auf ein neues Buch konzentriert (Der Katastrophenzyklus), über die Alltagsabenteuer eines Single-Papas (Joschi) mit seiner zickigen 16 Jahre alten Tochter. Da Joschi gewissermaßen mein Alter Ego ist, macht es Laune „mich“ in schwierige Buchsituationen zu schreiben – da ist das erste Kapitel auch schon auf meinem Blog veröffentlicht 🙂

    Hier kann man mein erstes Buch finden https://orderlycreativecreations.com/das-osiris-projekt/, und ich spar gerade auf ein Korrektorat (teuer!!) und bin schon auf das Cover gespannt, das ein befreundeter Grafiker (https://vadim-motov.com/) entwirft (ebenso wie das Logo für meinen Blog). Aber ich struggle noch damit, ob ich mir einen Verlag suchen soll oder es selbst veröffentliche, für letzteres hab ich kein Following, also zu wenig Buch-interessierte Leute, die mich kennen und an einem eBook interessiert wären. Aber allgemein ist Schreiben meine Passion und mein liebstes Hobby geworden, ich glaube allein das zählt und ich schreibe neben Büchern auch fleißig Kurzgeschichten und widme mich meinem zweiten Hobby: Klemmbaustein Reviews 🙂

    Zurück zur interviewten Dame. Glaub mir, du bist nicht allein, mit hoffnungslosen komplexen Geschichten. Bei mir ist es ein Multiverse aus drei verschiedenen Buchreihen, mit Göttern, Sci-Fi, Fantasy, Megakonzernen, Kulten, Terroristen und den armen Protagonisten irgendwo dazwischen. Schlimm ist es immer, wenn man selber die Logik dahinter vergisst oder sich in irgendwelchen Notizen verzettelt, die natürlich nie sortiert sind. Hilfreich ist immer schon vor dem eigentlichen Buch ein Skript mit der Handlung niederschreibt (~10 Seiten), an dem man sich dann orientieren kann. Ich für meinen Teil schreibe mir ein Dokument, wo ich ich zu jedem Kapitel kurz umreisse, was passiert und das dann abarbeite – was nicht so langweilig ist, wie es klingt 😉

    Ich würde ja gerne mal ihr Buch lesen, das klingt spannend. Erinnert mich ein bisschen an Avater: Herr der Elemente, mit dem Avatar, auf dem alle Hoffnung liegt eine friedliche Welt zu schaffen.

    Habt einen schönen Frühling, ich hab gleich mal ein Abo dagelassen 🙂

    Gefällt mir

    1. Hi,
      freut mich total, dass dir das Interview gefällt 🙂 und Danke für dein abo!! Das freut mich riesig 🙂 Gratuliere zum ersten Buch, ich denke, ein Buch muss ja nicht perfekt sein, es muss einem einfach gefallen und wenn man dann noch ein ende schreibt, ist das ja wunderbar 😀 Wenn man ein Buch schreibt, kann man dann ja auch Sachen erleben, die man vielleicht im wahren Leben gar nicht so erleben würde, das ist sicher auch cool . oder, wie du sagst, den Protagonisten in komplizierte Situationen bringen 😀

      Danke für den Link! Ich glaube, mithilfe von Social Media kann man viele Leute erreichen, die dein Buch interessieren würde 🙂 Viel Erfolg auf jeden Fall!

      Deine Welt klingt ähnlich komplex,wie die von Susanna – da gibt es bestimmt viel zu beachten und viiiele Notizen 😉

      Ganz liebe Grüße,
      Sophie

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